Mein Name ist Yuri Troitsky. Ich bin Rechtsanwalt und spezialisiert auf Unternehmenssteuerrecht. Geboren wurde ich in Kursk. Nach meinem Universitätsabschluss zog ich nach Moskau, wo ich lange Zeit für verschiedene Unternehmen arbeitete. 2011 absolvierte ich ein Weiterbildungsprogramm in Unternehmensfinanzierung an der University of California, Berkeley, und gründete meine eigene Anwaltskanzlei. 2014 zog ich mit meiner Familie ins Ausland: zunächst nach London, dann nach Berlin.
Ich wollte schon immer schreiben, seit meiner frühen Kindheit. Gelegentlich veröffentlichte ich kurze Texte online und beteiligte mich am Projekt „Zerrissene Wärmflasche“. Dann kam Corona, und ich hatte Zeit. Außerdem entdeckte ich Dima Vachedins hervorragende Literaturkurse, die sich als willkommene Stärkung meiner Selbstzweifel erwiesen. Ich schrieb mehrere Kurzgeschichten, von denen Dima eine lektorierte, und Grigory Arosev, der später auch mein erstes Buch herausgab, veröffentlichte sie 2021 in seiner Zeitschrift „Berlin. Shores“.
Nach der Veröffentlichung begann ich mit einer Geschichte, die ich zunächst für eine Kurzgeschichte hielt, die sich aber im Laufe des Schreibens zu einem Roman entwickelte. Die Ereignisse, die die Grundlage dafür bildeten, betrafen meinen Bekanntenkreis, meine Nachbarn und meine Klienten. Der Roman ist nicht autobiografisch, obwohl ich für die Überprüfung der Fakten verantwortlich bin.
Das Schreiben verlief mehr oder weniger reibungslos bis zum Winter 2022. Nach den Ereignissen im Februar wurde mir klar, dass die Werte und Ideale, nach denen ich (und vielleicht meine ganze Generation) gelebt hatte, plötzlich zu einer Illusion geworden waren. Unsere Eltern mögen beim Zusammenbruch der Sowjetunion Ähnliches empfunden haben. Ich legte den Text beiseite – er schien mir damals völlig sinnlos. Wochen vergingen, und dann schrieb ich plötzlich ein Schlusswort – eine Art Epitaph für meinen unvollendeten Roman und die Ära, die so abrupt beendet worden war. Rückblickend schien mir das Buch doch nicht bedeutungslos und könnte all jenen, die sich für die Hintergründe und Hintergründe der Dinge interessieren, noch immer von Nutzen sein.
Jedenfalls habe ich es fertiggestellt, und „Schatz“ wurde von Freedom Letters veröffentlicht.
