Ein Schriftsteller nimmt die Welt anders wahr als andere. Er erwacht und sieht eine Leere um sich herum, die gefüllt werden muss – mit Worten. Er setzt sich hin und füllt diese Leere, erschafft darin eine andere Welt. Und er lebt in zwei Welten – der realen Welt und der Welt des Textes.
Doch oft verschmelzen diese Welten, der Text dringt ins Leben ein und verdrängt es, ersetzt es durch sich selbst. Genau das geschah Liza Nelidova, der Heldin des Romans „Papiersonne“: Eine andere Welt drang durch den von ihr verfassten Text in ihr Leben ein, und nun weiß Liza nicht mehr, was real ist und was ihrer Fantasie entspringt. Oder ob es überhaupt einen Unterschied zwischen den beiden Welten gibt.
