Natalia Radina

Natalia Radina ist eine renommierte belarussische Journalistin und Chefredakteurin von Charter-97, dem ältesten unabhängigen Nachrichtenportal Belarus. Geboren 1979 in Kobrin in der Region Brest, studierte sie Journalismus an der Belarussischen Staatlichen Universität. Sie arbeitete für die größten unabhängigen Zeitungen Belarussiens: Imya, Svoboda, Narodnaya Volya und Nasha Svoboda, die später von den Behörden geschlossen wurden. Seit 2001 ist sie Redakteurin der Website von Charter-97 und seit 2010 deren Chefredakteurin. Zudem ist sie Direktorin der Karta-97-Stiftung (Polen).

In Belarus wurde sie aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit verfolgt. Nach den Präsidentschaftswahlen 2010 wurde sie verhaftet und in ein KGB-Gefängnis gebracht. Ihr wurde „Organisation von Massenunruhen“ vorgeworfen, und sie musste mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen. Nach zwei Monaten in einem KGB-Gefängnis, wo sie gefoltert wurde, verbrachte sie weitere zwei Monate unter Reiseverbot, faktisch unter Hausarrest. Ihr wurde der Aufenthalt in Minsk verboten, und sie wurde nach Kobryn deportiert. Im April 2011 floh sie aus Belarus und überquerte die Grenze illegal ohne Papiere, nachdem ihr Pass vom KGB beschlagnahmt worden war. Sie erhielt politisches Asyl in Litauen und arbeitet derzeit von Warschau aus. Sie wurde vom Komitee zum Schutz von Journalisten (USA) für ihren „Mut im Beruf“ und von Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet. Die Regierung der Belarussischen Volksrepublik verlieh ihr eine Medaille.

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