In diesem Jahr feiert die Vestnik RHD ihr hundertjähriges Bestehen. Im Laufe seines langen Lebens musste er umherwandern und seine Form und seinen Charakter ändern. Die Zeitschrift erschien erstmals 1925 in Paris, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in München wieder veröffentlicht, zog dann zurück nach Frankreich, wurde in den 1990er Jahren erstmals in Moskau veröffentlicht und kehrte 2023 in ihre historische Heimat Paris zurück, in den legendären Emigrantenverlag „Imka-press“. Zunächst handelte es sich um ein kleines Monatsbulletin der Russischen Christlichen Studentenbewegung, doch nach dem Krieg erweiterte sich der Themenbereich der Zeitschrift und sie selbst wurde umfangreicher. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt Vestnik in den 1970er Jahren, als es sich formell von der Bewegung trennte und sich zu einem „dicken“ Magazin entwickelte, das charakteristisch für die russische Kultur war.
Der „Vestnik RHD“ war in den verschiedenen Phasen seines Bestehens vor allem ein Sprachrohr der Meinungen der christlichen, kirchlichen Emigration aller Generationen sowie des kulturellen und intellektuellen Teils dieser Emigration und veröffentlichte, wenn die Umstände es erlaubten, auch Autoren aus Russland selbst. Der erste Herausgeber des „Vestniks“, der Philosoph Wassili Zenkowski, formulierte das Credo der Zeitschrift als „Orthodoxie und Kultur“. Der Herald als Ganzes verfolgte und verfolgt weiterhin die Mission, ein denkendes christliches Umfeld zu schaffen und zu erhalten. Im Laufe der Jahre wurden in der Zeitschrift Werke von Nikolai Berdjajew, Mutter Maria (Skobtsova), den Priestern Sergei Bulgakow, Georgi Florowski und Alexander Schmemann, Nikita Struve, Alexander Solschenizyn, Metropolit Antonius (von Sourozh), Sergei Averintsev, Olga Sedakova, Georges Nivat und Priestern veröffentlicht. Wladimir Selinski. Die Interessengebiete des Bulletins sind Philosophie und Theologie, Literaturkritik, das Erbe der russischen Emigration und christlicher Journalismus. Das Geheimnis der Langlebigkeit des Magazins liegt darin, dass charismatische Persönlichkeiten es leiteten und mit ihm zusammenarbeiteten. Außerdem gelang es Vestnik, obwohl es sich nicht um eine Publikation mit einer Auflage von mehreren Tausend Exemplaren handelte, ein Publikum zu finden, das es liebte.
Die Website des „Bulletins“: https://vestnikrhd.com/ru/
