Der Gedichtband „In der Stadt im November“ versammelt eine Auswahl von Gedichten Tatjana Wolskajas aus zehn Jahren, von 2015 bis 2025. Er ist nicht aus den in diesem Zeitraum erschienenen Gedichtsammlungen zusammengestellt, sondern chronologisch nach Jahrgängen geordnet und hat daher den Charakter eines poetischen Tagebuchs – wenn auch eines stark komprimierten, in dem alles Unwichtige weggelassen wurde. Genau deshalb gibt es keine thematischen Abschnitte, und sogenannte bürgerliche Lyrik vermischt sich mit Liebe und Philosophie – der poetische Fluss ist ununterbrochen wie das Leben selbst, in dem wir arbeiten, lieben, mit den Kindern spazieren gehen, die Wohnung putzen, an einer Demonstration teilnehmen und Freude, Trauer, Angst und Erschöpfung am selben Tag erleben. Tatjana Wolskajas Gedichte folgen keinen Modetrends; sie verkörpern direkte Sprache und unverfälschte Emotionen, die die Autorin in genau dem richtigen Maß zu Kunst verwandelt.
