Wir werden die unterschiedlichen dramaturgischen Ansätze im europäischen und russischen Theater, Strategien der Textgestaltung, Trends und Themen erörtern. Wir werden den Unterschied zwischen „Autor“ und „Dramatiker“ beleuchten und die Funktionsweise des Autorentheaters in Deutschland aus Markt- und Branchenperspektive untersuchen. Wir werden die Herausforderungen zeitgenössischer Theaterautoren und die Unterschiede zwischen der Arbeit an einem Staatstheater und auf einer freien Bühne beleuchten. Und natürlich werden wir die drängendste Frage nicht außer Acht lassen: Wie kann man sich als Autor in einem neuen sprachlichen und kulturellen Umfeld neu erfinden?
Polina Borodina ist Dramatikerin, Drehbuchautorin und Dozentin. Ihre Stücke wurden mehrfach als „Stück des Jahres“ ausgezeichnet, standen auf den Shortlists aller renommierten russischsprachigen Theaterfestivals und gewannen zahlreiche Wettbewerbe. Viele Jahre kuratierte sie das Za!tekst-Festival, war Programmdirektorin des Zentrums für zeitgenössisches Drama und künstlerische Leiterin des Lyubimovka-Festivals. Inszenierungen ihrer Stücke wurden für den Goldenen Maskenpreis nominiert und ausgezeichnet. Sie unterrichtet Dramatik und Kreatives Schreiben und leitet Workshops. Polinas Stücke wurden in ganz Russland sowie in Lettland, Estland, Finnland und Deutschland aufgeführt. Ihr Werk umfasst verschiedene Genres: Existenzialdramen, Dokumentartexte, ortsspezifische Projekte und Theaterinstallationen. In der Spielzeit 2024/2025 war sie Artist-in-Residence am Deutschen Theater Berlin. Ihr jüngstes Stück „Berlin Syndrome“ wurde 2024 beim Voices Festival und an der Hochschule für Darstellende Kunst München aufgeführt. Ihr Theaterstück „Der Wald“ wurde für die Grunewald Promenade adaptiert. Ihr jüngstes großes Projekt ist die Theaterfassung von „Mein geliebtes Vaterland“, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Elena Kostyuchenko, das international große Anerkennung fand.
