1. Mai, 18:00 – 20:00 Uhr
Halle 2
Weltlyrik in russischer Übersetzung: Eine Perspektive aus dem Jahr 2026

Die Übersetzung von Gedichten bildet in gewisser Weise das Fundament der poetischen Kultur jeder Nation, auch wenn dies nicht immer und überall bewusst ist. In der russischen Lyrik fielen die Phasen größter Entwicklung stets mit dem größten Interesse an Werken anderer Länder und Sprachen zusammen. Trifft dies auch heute noch zu? Welchen neuen Herausforderungen und Ansätzen sieht sich die Lyrikübersetzung im 21. Jahrhundert gegenüber, und welchen Einfluss haben Krieg und Emigration auf sie gehabt? Sieben Lyrikübersetzer treffen sich am ersten Tag der Lyrikmesse, um diese Themen zu diskutieren und aus ihren Lieblingswerken oder neuesten Arbeiten zu lesen. Darunter befinden sich vor allem jene, deren Stimmen in der deutschen Lyrik zu russischen Lesern sprechen, von Rilke und Trakl bis Celan und Herta Müller: Mark Belorusets, Anna Glazova und Alyosha Prokopyev. Dank der anderen Teilnehmer an den Lesungen – Lisa Heresh, Stanislav Belsky, Kirill Shcherbitsky und Dmitry Kuzmin – wird sich der Fokus jedoch von der deutschen Poesie hin zur ukrainischen und jüdischen, polynesischen und peruanischen verlagern: hin zu Bereichen der globalen poetischen Ökumene, die dem russischen Publikum noch weitgehend unbekannt sind.

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