Regie: Maria Capraru.
Ab 16 Jahren, auf Russisch.
Work in Progress basiert auf Ivan Vyrypaevs Text, gefiltert durch die Linse der Adoleszenz – lebendig, instabil, noch im Entstehen begriffen in einer Welt, in der fast alles bereits von jemand anderem benannt, interpretiert und erklärt wurde.
Das Werk kreist um Teenager-Mädchen, die in einem ständigen Informationsrauschen leben. Die Meinungen anderer, vorgefertigte Formeln, Wissensfragmente und selbstsichere Töne füllen den Raum, bevor ihre eigenen Erfahrungen Gestalt annehmen können. Diese Erfahrungen sind noch begrenzt, noch zerbrechlich, noch ungeschützt. Genau deshalb ist der Druck der Außenwelt – beständig, vielstimmig und den Anspruch auf Vollständigkeit erhebend – so deutlich hörbar.
Liebe, Glaube, Freiheit und persönliche Grenzen erscheinen hier nicht als stabile Kategorien, sondern als wandelbare Konstrukte, deren Bedeutung sich ständig entzieht. Stimmen prallen aufeinander, überlagern sich, streiten, wiederholen sich und zerfallen in Zitate und Fragmente. Ein endloser Strom von Gedanken, Assoziationen und Zitaten, wie ein verzerrtes Bild, zusammengesetzt von künstlicher Intelligenz – ein Bild, an das man verzweifelt glauben möchte, doch irgendetwas sagt einem, dass es nicht stimmt.
Bei diesem Werk geht es weniger um seine Unvollständigkeit, sondern vielmehr darum, den Moment mitzuerleben, in dem eine persönliche Stimme gerade erst zum Vorschein kommt – inmitten von Lärm, durch die Rede anderer, durch die obsessive Bereitschaft der Welt, einen Menschen zu erklären, bevor er Zeit hat, sich selbst zu benennen.
Clavis — eine Berliner Schule für Kreativität und Entwicklung in russischer und deutscher Sprache. Unsere Kurse ermöglichen Kindern und Jugendlichen, ihre Talente in vielfältigen Bereichen zu entwickeln, von Kunst und Theater bis hin zu Programmierung und Linguistik.
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